v.l.n.r.: Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier, Ordensträger Dr. Hans-Jürgen Weyer und der Herzogenrather Bürgermeister, Dr. Benjamin Fadavian.

Bundesverdienstkreuz für Dr. Hans-Jürgen Weyer aus Herzogenrath

Vielfältige Verdienste von Schach über Geowissenschaften, Naturschutz und Heimatpflege

Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier hat jetzt Dr. Hans-Jürgen Weyer aus Herzogenrath das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Bürgermeister Dr. Benjamin Fadavian gratulierte.

Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier hat jetzt Dr. Hans-Jürgen Weyer aus Herzogenrath das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Der 68-jährige hat sich durch sein jahrzehntelanges Engagement auf den verschiedensten Gebieten große Verdienste erworben. Dr. Grüttemeier beschrieb dabei schon zu Beginn der Feierstunde die Besonderheit: „Meist kann ich mit einem Adjektiv beschreiben, wofür jemand den Orden erhält, beispielsweise für sein Engagement im sportlichen oder sozialen Bereich. Bei Ihnen bin ich etwas sprachlos. Denn Sie erhalten die Auszeichnung für ihr ehrenamtliches Engagement für die Geowissenschaft, den Schachsport, den Umwelt- und Naturschutz, die Jugendförderung, die Heimatgeschichte und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Das ist eine so seltene Kombination, dass ich sicher bin, diese Begründung für die höchste deutsche Auszeichnung ist und bleibt einzigartig.“

In seiner Laudatio ging Dr. Grüttemeier dann detailliert auf die vielfältigen Verdienste ein, die letztlich zu der Auszeichnung für Dr. Weyer geführt haben. Nach dem Studium und der Promotion in Geologie an der RWTH Aachen war Dr. Weyer von 1986 bis zum Renteneintritt 2018 hauptberuflich als Geschäftsführer des „Berufsverbandes Deutscher Geowissenschaftler e.V.“ tätig. Seit mehr als 25 Jahren ist er zudem ehrenamtlicher Geschäftsführer des „BDG-Bildungsakademie e.V.“ in Bonn. Der Verein organisiert bundesweit Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für den akademischen Nachwuchs. Als ehrenamtliches Mitglied hat er sich zudem an rund einem Dutzend nationaler und internationaler Akkreditierungsverfahren beteiligt. Damit hat er maßgeblich zur Verbesserung der Ausbildungsbedingungen in den Geowissenschaften beigetragen. Darüber hinaus hat Dr. Hans-Jürgen Weyer als nationaler Delegierter in der Ratsversammlung der „European Federation of Geologists“ in Brüssel mitgewirkt.

Er hat zudem auch noch den Vorsitz des jungen Vereins: „Rohstoff Wissen e.V.“ inne, den er selbst ins Leben gerufen hat. Der Verein setzt sich dafür ein, ein besseres Verständnis der Bevölkerung für die Rohstoffversorgung zu schaffen.
Weiterer zentraler Grund für die hohe Auszeichnung ist das Engagement Weyers rund um den Schachsport. So ist er seit 1968 Mitglied im „Schachverein 1949 Herzogenrath“ und nimmt bis heute aktiv am Spielbetrieb teil. Der Einwurf des zu Ehrenden kam prompt: „In den 53 Jahren habe ich allerdings erst einmal die Meisterschaft gewonnen – das muss ich dringend noch ändern!“ Dr. Weyer bekleidete jahrzehntelang die verschiedensten Funktionen, so als Geschäftsführer, Turnierleiter und auch als Vorsitzender. Zudem leitete er ehrenamtlich Schachkurse am Gymnasium Herzogenrath. Darüber hinaus war er von 1995 bis 2005 Vorsitzender des Aachener Schachverbandes und hat ein ganz besonderes Schach-Event ins Leben gerufen: den „Gemeinsamen Spieltag des Aachener Schachverbandes“. Dabei treffen jährlich rund 360 Schachspielerinnen und -spieler zusammen. Zehn Jahre lang war er Präsident des Schachbundes Nordrhein-Westfalen und für zwei Wahlperioden – bis vor wenigen Wochen – sogar Vizepräsident des Deutschen Schachbundes.

In Herzogenrath ist Dr. Weyer zudem 1982 als Gründungsmitglied der lokalen Naturschutzgruppe „AG Wurmtal“ in Erscheinung getreten. Der Verein setzt sich bis heute mit hohem Einsatz für den Erhalt und Schutz des Wurmtals ein. Er ist als stellvertretender Vorsitzender und Sprecher seit über 30 Jahren ehrenamtlich im Verein engagiert. Nicht zuletzt dank seiner Zusammenstellung der geologischen Besonderheiten gelang 1989 letztlich die Ausweisung des Wurmtals als Naturschutzgebiet. In vielfältigen Veranstaltungen und Einzelprojekten hat er sich seit fast 40 Jahren immer wieder konsequent für den Schutz dieses einzigartigen Naturraumes eingesetzt.
Des Weiteren wurde Dr. Weyer 2014 in das Kuratorium des Vereins „Burg Rode“ gewählt. Seit sechs Jahren ist er auch noch Burgführer und bringt den Gästen die historische Burg Rode näher. Hierzu passt auch sein Engagement in der grenzüberschreitenden „Stichting Eurode 2000+“. Auch hier hat er sich um den gemeinsamen Lebensraum verdient gemacht und unter anderem ein grenzüberschreitendes Schachturnier, die Eurode Open“, organisiert.

Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier war nach der Laudatio voll des Lobes: „Ich habe tatsächlich noch nie ein Bundesverdienstkreuz überreichen dürfen, bei dem sich der Auszuzeichnende auf so vielen unterschiedlichen Gebieten Verdienste erworben hat. „Eigentlich hängt das alles schon irgendwie zusammen,“ gab Dr. Weyer dann zu bedenken: „Dem Geologen liegt immer auch der Naturschutz am Herzen. Und für einen Bewohner von Eurode ist die Grenzüberschreitung selbstverständlich.“
Weyer zeigte sich beeindruckt von der Laudatio, und der umfassenden Würdigung seiner Tätigkeiten: „Einzig, dass ich auch mal Mitglied in einem Kegelclub gewesen bin haben sie nicht vorgetragen, aber ich weiß auch nicht, ob das wirklich so auszeichnungswürdig war“, schmunzelte er.

Herzogenraths Bürgermeister, Dr. Benjamin Fadavian, gratulierte ebenfalls von Herzen: „Aus meiner Sicht wurden zwei wichtige Merkmale noch nicht genannt: Dein großer Humor, von dem wir eben wieder Zeuge geworden sind und Deine Bescheidenheit. Zudem warst du, lieber Hans-Jürgen, bei deinem Wirken in unserer Stadt immer sehr feinfühlig und niemals verletzend. Du hast viel erreicht und diese Ehrung absolut verdient.“

Text: Städteregion Aachen
Foto: © Andreas Herrmann

Datum:12.11.2021

Pressearchiv

FilterungArtikelsuche von

bis



 
© 2012 Stadtverwaltung Herzogenrath . Rathausplatz 1 . 52134 Herzogenrath