FAQ zum aktuellen Baufortschritt im Hallenbad Herzogenrath


Das folgende FAQ fasst die wichtigsten Punkte rund um den Bau des neuen Hallenbads Herzogenrath übersichtlich zusammen und gibt einen Überblick zum aktuellen Stand im Hinblick auf die anstehende Eröffnung.

  • 1.    Warum musste ein neues Hallenbad gebaut werden?

    Das aktuell bestehende Hallenbad in der Bergerstraße stammt aus den 70er Jahren und ist daher weder in Sachen Technik noch Ausstattung zeitgemäß. Eine Sanierung wäre nicht wirtschaftlich und auch der Betrieb musste in den vergangenen Jahren oftmals über mehrere Tage oder sogar Wochen ruhen, weil es zu altersbedingten technischen Störungen gekommen war. Das Hallenbad in Kohlscheid wurde nach längerer baubedingter Schließung bereits im Jahr 2017 abgerissen.

    Im April 2018 wurde im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur mehrheitlich der Neubau eines Hallenbades in Kohlscheid beschlossen. Im Juli 2019 wurde im Stadtrat der Standort auf dem Areal der Sportanlage an der Forensberger Straße festgelegt. Am 1. Oktober 2021 fand der symbolische Spatenstich für den Neubau statt und am 22. September 2023 das Richtfest.

    Bürgermeister Dr. Fadavian, Dachdeckermeister Michael Pütz und Bauleiter Bernd Bender (v.r.) auf dem Dach der Schwimmhalle beim Richtspruch


  • 2.    Welches bauliche Konzept verfolgt die Stadt Herzogenrath beim Bau des neuen Hallenbades?

    Das insgesamt 2.400 Quadratmeter große Gebäude wird eines der technologisch modernsten und nachhaltigsten Hallenbäder in ganz Deutschland sein. Die energetische Nachhaltigkeit und ein entsprechendes Designkonzept steht daher im Hallenbad Herzogenrath im Fokus. Eine PV-Anlage mit insgesamt 1.000 Quadratmetern Fläche und einer Leistung von bis zu 200 Kilowatt versorgt das Hallenbad weitestgehend autark. Für die Klimatisierung des Gebäudes und das Aufheizen des Wassers kommen bedarfsgerecht kaskadenartig zu- und abschaltbaren Wärmepumpen zum Einsatz.

    Die umfassende Holzbauweise sowie Kreuzstrom-Wärmetauscher für die Lüftungsanlagen zur Rückgewinnung und Nutzung der Abluftenergie, eine Optimierung der Lüftungsanlagen zum Einbringen des nötigen Außenluftanteils und eine direkte Wärmerückgewinnung auch aus den Abläufen der Duschanlagen sorgt gerade im Bereich Heizen für besonders große Energieeffizienz.

    Auch die Schwimmbadtechnik entspricht dem neuesten Stand der Technik. Unter den Becken kommen neuartige Vorfilter zum Einsatz, die in Deutschland einzigartig sind. Ihr Vorteil: Der Energieaufwand der Sandfilteranlagen sinkt deutlich. Zudem wird das Chlor im Hallenbad über eine eigene Elektrolyseanlage selbst aus Salzen erzeugt und muss nicht aufwendig zugeliefert werden. Auch Chlorgase werden hierdurch vermieden.


  • 3.    Über welche Ausstattung verfügt das neue Hallenbad?

    Das Hallenbad Herzogenrath verfügt über ein 25 Meter langes und bis zu 3,50 Meter tiefes Schwimm- und Sportbecken mit sieben Bahnen sowie ein 10 mal 18 Meter großes Kombibecken mit zwei 12,50 Meter langen Trainingsbahnen. Ein 40 Quadratmeter großes Spaß- und Kinderbecken sorgt für Badespaß bei den Kleinen. Insgesamt steht eine 600 Quadratmeter große Schwimmfläche zur Verfügung. Es gibt zudem Fontänen, Sprudelliegen, Schwallduschen und eine geflieste kleine Rutsche ins Planschbecken. Das große Becken bietet einen Drei-Meter-Sprungturm und Ein-Meter-Brett. Große Panoramafenster erzeugen ein angenehmes warmes Licht.

    Große Liegen laden zum Entspannen ein. Zudem entsteht im Außenbereich ein extra für die Schwimmbadbesucher angelegter Park, in dem man bei schönem Wetter spazieren gehen oder sich in die Sonne setzen kann.

    Auch im Gästebereich zeigt sich das Hallenbad klar verbessert zu bisherigen Angeboten in Herzogenrath: Es gibt am Eingang einen Empfangstresen sowie Automaten für Snacks und Getränke sowie moderne Speedgates anstatt von Drehkreuzen, damit auch körperlich eingeschränkte Menschen mit Rollstuhl oder Rollator problemlos in das Bad kommen. In einer Kinderspielecke wird es einen großen interaktiv bedienbaren Bildschirm geben, der viele Unterhaltungsmöglichkeiten bietet.

    Hinzu kommt ein Wartebereich und ein auch für Veranstaltungen nutzbarer Multifunktionsraum. Das Personal verfügt über eigene Aufenthaltsräume mit Teeküche, Büros, Duschen und Umkleiden.


  • 4.    Wie verlief der Bauprozess bislang?

    Aufgrund der Größe des Hallenbades und der besonders innovativen und teilweise aufwendig zu installierenden technischen und baulichen Ausstattung, die einen komplett regenerativen Ansatz verfolgt, war bereits zu Baubeginn davon auszugehen, dass die Arbeiten einige Jahre in Anspruch nehmen würden. Aus diesem Grund war und ist ein Vergleich mit dem Neubau des Annabades in Alsdorf auch von vorneherein ausgeschlossen.

    Leider sorgten die Auswirkungen der Corona-Krise sowie des 2022 ausgebrochenen Krieges in der Ukraine zusätzlich für unterbrochene Lieferketten und notwendige Mehrfachausschreibungen. Auch die Entwicklung der Baukosten sorgte teilweise dafür, dass avisierte Zeitpläne nicht eingehalten werden konnten.

    Die technisch komplexen Anlagen, wie z.B. Lüftung, Dosieranlage, Elektro- sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, wurden darüber hinaus von spezialisierten Fachfirmen installiert, in Betrieb genommen und abgenommen. Innerhalb dieses Prozesses kam es aus einer Vielzahl von Gründen auch zu leichten Verzögerungen. Das Problem: Da der Großteil der Gewerke aufeinander aufbaut, sorgt der unerwartete Ausfall eines Handwerkers dafür, dass auch Folgearbeiten sich verspäten.

    Auch Tests dauern in dem neuen Hallenbad sehr lange. So dauerte die Überprüfung der wasserdichten Beschichtung des Betonunterbaus mit 930 Kubikmetern Wasser mehrere Wochen lang.

    Die Stadt Herzogenrath hat daher die Weisung hinsichtlich der Fertigstellung und Eröffnung gegeben, dass im Hallenbad zunächst alles perfekt fertig und eingeregelt ist, bevor der öffentliche Betrieb startet.


  • 5.    Wieso kam es zum Jahreswechsel 2024/2025 zu Verzögerungen beim Bau?

    Für eine besonders unerwartete und unglückliche Verzögerung sorgte zum Jahreswechsel 2024/2025 ein Anbieter für Schwimmbadtechnik, der von der Stadt Herzogenrath für mehrere essenzielle technische Komponenten des Bades beauftragt wurde. Da es nur sehr wenige vergleichbare Firmen gibt, nutzte die beauftragte Firma ihre Marktposition sehr häufig aus und stellte ungerechtfertigte Forderungen oder verzögerte den Bauprozess absichtlich, um die Stadt Herzogenrath unter (finanziellen) Druck zu setzen. Gegen diese Form des geschäftlichen Umgangs wehrte sich die Stadt Herzogenrath auch juristisch, um die Kosten für das Hallenbad nicht weiter steigen zu lassen. Der sich hieraus ergebene (juristische) Prozesse sorgte letztlich dafür, dass die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen aufgekündigt und ein neuer Auftragnehmer gefunden werden musste.

    Der Stadtverwaltung ist in diesem Zusammenhang jedoch wichtig, Folgendes zu betonen: Bauprojekte im öffentlichen Sektor unterliegen einer Vielzahl sehr komplexer Regularien und Herausforderungen bei angespannten öffentlichen Finanzen. Die Stadt hat sich trotzdem an dieses Projekt gewagt, weil sie von der Notwendigkeit einer auf Dauer funktionierenden Bäderstruktur in Herzogenrath überzeugt ist und der Bevölkerung nachhaltig und nicht nur punktuell etwas bieten möchte. Dass in der Bevölkerung ein sehr dringlich geäußerter Wunsch besteht, dass das Hallenbad in Betrieb gehen möge, kann die Stadtverwaltung sehr gut nachvollziehen, zumal das alte beliebte Kohlscheider Hallenbad vor einigen Jahren abgerissen wurde und eine beinah achtjährige Phase für die Ortsfindung des neuen Bades folgte. Vor diesem Hintergrund stellt die vertretbare vierjährige Bauzeit nicht den Kern, sondern den Abschluss der langen Projektlaufzeit dar.


  • 6.    Wie wird die Eröffnung vorbereitet?

    Die Betriebsaufnahme des Hallenbads erfolgt phasenweise im Rahmen eines drei-phasigen Probebetriebs: In der ersten Phase werden die Mitarbeitenden umfassend zu Technik, Funktionsweisen und Betriebsabläufen geschult. Aufgrund der innovativen Gebäude- und Bädertechnik in dem neuen Bad müssen hier viele Prozesse für einen sicheren Badebetrieb umfänglich erlernt und eingeübt werden.

    In Phase 2 des Probebetriebs werden dann Schulen und Vereine ihre Tätigkeiten in das neue Hallenbad verlagern. Die Phase soll genutzt werden, um Abläufe und Prozesse zu perfektionieren und festzustellen, wo es zwischen Umkleidekabinen, Duschen und Schwimmbecken gegebenenfalls noch hakt. Die Dauer dieser Phase hängt vom Verlauf des Probebetriebs ab. Sie soll so schnell wie möglich beginnen – auch unabhängig von der Freibadsaison.

    Aktuell findet parallel zu den Abnahmen bereits die erste Einarbeitung des Bäderpersonals statt – eine wichtige Maßnahme, die für den Betriebsbeginn höchstmögliche Sicherheit generieren soll. Zudem werden derzeit Einsatzpläne für das Schwimmpersonal erarbeitet.

    Der Zeitplan aller Phasen ist allerdings vom reibungslosen Funktionieren der Schwimmbadtechnik abhängig (siehe Frage 5).


  • 7.    Welche Besonderheiten hat das neue Hallenbad auch im Außenbereich zu bieten?

    Bereits im Zuge der Bebauung des Sportplatzes wurde der Sportpark Forensberg in unmittelbarer Nähe des Hallenbades geschaffen, der aus einem Fußballplatz samt benachbartem Kleinspielfeld mit Kunstrasen und einem Beachvolleyballfeld besteht. In viel Eigenleistung und über die Förderung des Landesprogramms „Moderne Sportstätten 2022“ ist auch das Vereinsheim der Grenzwacht Pannesheide modernisiert worden.

    Auf dem Platz vor dem Hallenbad Herzogenrath entsteht zudem eine Kletteranlage für Kinder sowie ein Calisthenics-Park mit mehreren Sportgeräten für das Fitnesstraining. Der weitere Außenbereich des Hallenbades folgt dem Nachhaltigkeitsgedanken und wird sich vor allem durch eine parkähnliche Landschaftsgestaltung mit vielen Bäumen, Sträuchern und Grünflächen auszeichnen.


  • 8.    Wann erfolgt die Eröffnung für alle Herzogenrather?

    Im Frühjahr 2025 erfolgen die Grundreinigung des Hallenbades, die Mängelbeseitigung durch alle Gewerke sowie der Aufbau und die Endabnahmen der gesamten Innenausstattung. Bis Ende Mai wird der Außenbereich fertig gestellt sein. Kritischster Faktor ist noch die Fertigstellung der Schwimmbadtechnik (siehe Frage 5).

    Gemäß den Erfahrungswerten der Bauleitung ist es aus bautechnischer Sicht aber realistisch, dass das Bad zum Ende der Freibadsaison Anfang September 2025 eröffnen kann, auch wenn nun eine neue Firma die ausstehenden Arbeiten an der Schwimmbadtechnik durchführen muss. Eine finale Entscheidung über den genauen Eröffnungstermin für alle Herzogenrather wird im Sommer erwartet.

    Bis dahin haben alle Herzogenrather Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ab dem 10. Mai im Freibad in Merkstein schwimmen zu gehen. Ziel ist, dass - sofern möglich - Vereine und Schulen während der Freibadsaison bereits im Rahmen der Phase 2 des Probebetriebes die Möglichkeit haben, das neue Hallenbad zu nutzen.