Stolpersteine - Wegweiser in eine friedliche Zukunft


Im vergangenen Herbst wurden in Herzogenrath drei Stolpersteine, die im Gedenken an Opfer des Nazi-Regimes verlegt worden waren, gestohlen. Auf besondere Initiative des Arbeitskreises „Wege gegen das Vergessen“ wurden die Steine neu verlegt und im Rahmen einer Gedenkfeier den Bürgern übergeben.

In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis „Wege gegen das Vergessen“ und der Stadt Herzogenrath hat der Künstler Gunter Demnig im Herzogenrather Stadtgebiet bislang 25 Stolpersteine verlegt. Im Einvernehmen mit der Stadt wurden die Steine zur Erinnerung an Opfer des Naziregimes vor deren letzten Wohnungen in den Gehweg gesetzt. Gesponsert wurde die Initiative von mehreren Bürgerinnen und Bürgern, Parteien und Vereinen.

Im Herbst 2020 wurde bekannt, dass drei Stolpersteine aus dem Gehweg von Unbekannten entfernt wurden. Diese Steine waren im Andenken an die Holocaust Opfer Carolina Goldsteen, Alfred Goldsteen und Karl-Friedrich Mayer in der Südstraße 46 und am Markt 1a gesetzt worden. Es wurden Recherchen angestellt und Strafanzeige erstattet. Neue Sponsoren wurden gefunden und neue Stolpersteine konnten in Auftrag gegeben werden.

Am 5. Oktober begrüßte Bürgermeister Dr. Benjamin Fadavian gemeinsam mit Mitgliedern des Arbeitskreises „Wege gegen das Vergessen“ die Bürgerschaft am Markt in Kohlscheid zu einer Gedenkfeier anlässlich der  neuverlegten Steine.  Den würdevollen musikalischen Rahmen gestaltete die Kapelle Straß 1880 e.V..

„Die Stolpersteine, die wir in Gedenken an die Opfer des Holocaust verlegen, sind für uns Wegweiser. Sie sind für uns ein Kompass im Gedenken an die schreckliche NS-Zeit, die auch in unserer Stadt Menschenleben gefordert hat. Die Steine zeigen uns den Weg in eine hoffentlich friedliche Zukunft, die frei von solchen unsagbaren Gräueltaten ist“, führte der Bürgermeister in seiner Ansprache aus.

Sofie Sequeira und Dr. Hans-Joachim Helbig vom Arbeitskreis beschrieben anschließend sehr sensibel die jeweils persönliche Geschichte der Opfer. Sie unterstrichen damit eindrucksvoll, wie wichtig es bis heute ist, einerseits an die Verbrechen des Naziregimes und dessen Opfer zu erinnern, andererseits die Bürgerschaft zu mahnen, dass die Ausgrenzung von Teilen der Gesellschaft – aus welchen Gründen auch immer - nicht toleriert wird. „Das Entfernen der Stolpersteine ist wie eine Gräberschändung. Wir geben nicht auf zu erinnern!“ betonten sie eindringlich.

Für die Pflege der Stolpersteine sind übrigens ehrenamtliche Paten/innen jederzeit herzlich willkommen. Wer sich ehrenamtlich hierfür engagieren möchte, meldet sich bitte bei Sofie Sequeira, Tel.: 02451/42477.

Weitere interessante Hintergründe und Informationen zu den Stolpersteinen und der Geschichte bietet die erst kürzlich vom Arbeitskreis überarbeitete Neuausgabe des Stadtplanes, mit dem „Wege gegen das Vergessen“ mit zahlreichen Stationen des Erinnerns beschritten werden können.


http://www.wegen-gegen-vergessen.de