Wunderbar warmherziges Konzert zur Eröffnung der KulturKirche

Solch einen fulminanten Start eines neuen Projekts kann man nicht erwarten, weil es einem lediglich geschenkt werden kann. So geschehen am vergangenen Freitag, als die katholische Pfarre St. Josef in Herzogenrath-Straß

am Festtag, da ihre Orgel 50 Jahre alt wurde, den Beginn der KulturKirche natürlich mit einem musikalischen Ereignis der besonderen Art zu feiern gedacht hatte. Und dabei erwies es sich nach 2008, als die Band schon einmal in der Strasser Kirche gastierte, erneut als Magnet, die Formation RUHAMA aus Köln zu engagieren, die seit über 30 Jahren aus der Szene spiritueller Musik in Deutschland nicht mehr wegzudenken ist, große Messehallen bei Katholikentagen und Evangelischen Kirchentagen füllt und mit ihren ganz authentischen Songs den Glauben neu singen, wie sie es selbst formulieren. Dabei schaffte bereits der von Peter Esklavon mit viel Liebe zum Detail ins rechte farbige Licht gerückte neugotische Kircheninnenraum eine ganz besondere Atmosphäre, die schon vor Beginn des Konzertes die Erwartungsherzen höher schlagen ließen.

Als dann schließlich die achtköpfige Formation mit professionellster Instrumentation, achtsam aufeinander abgestimmten Stimmlagen und von Tontechniker Hanspeter Hommelsheim bestens gemischt mit dem Lied „Wann kommt der Himmel in Sicht“ als Intro das Konzert eröffnete, war bereits unmittelbar der Funke da, der für das Gelingen eines Konzertes so wichtig ist und Band und Besucher verschmolzen zu einer singenden, summenden oder zuweilen auch schnippenden Gemeinschaft von Musik und Gesang. Dieses Gefühl verstärkte sich noch und wurde von RUHAMA auch gefördert, weil Thomas Quast an den Tasten dazu animierte, trotz der durch das farbige Licht schwierigen Leseverhältnisse kräftig aus dem vorher mitgegebenen Liederbuch mitzusingen, weil das Konzert der Tour „Beflügelt“ genau so konzipiert sei, nämlich mit einzustimmen und den Texten und Liedern für eine ökumenische Kirche dadurch eine individuell aktuelle Note zu geben und so Glauben gemeinsam neu zu leben und zu feiern.

Als sorgsam zusammengestellt erwies sich anschließend das gesamte Konzert, das auch durch die spürbar eigene Freude der Band an dem, was sie zu Gehör brachten,  beim Publikum zusätzliche Inspiration frei setzte. Ob mit Michael Lätsch an Gitarre und Keyboard und mit seiner beeindruckenden Stimme oder Klaus Theißen mit seinen auch immer wieder in die Songs implementierten Soli auf seinen verschiedenen Saxophonen, ob die wunderbar gefühlvollen Stimmen von Andrea Hommelsheim (Alt) und Maria Manderscheid (Sopran), ob Frank Wachendorf mit seinem mal den Rhythmus antreibenden und dann wieder sehr dezent eingesetzten vielseitigen Gitarrensortiment oder Ansgar Nake am tief gehenden und auf seine ganz eigene Art gut tuenden E-Bass oder Norbert Schumacher, der den gesamten Bogen der Percussion bestens zu bedienen wusste und schließlich Thomas Quast, der als Texter, Komponist und Arrangeur mit seiner prägenden Stimme an den Tasten der Band immer wieder neue Impulse gibt- es stimmte einfach alles an diesem Abend. Und wenn dann wie bei Maria Manderscheid, die krank angereist war, die Stimme doch mal zwischenzeitlich versagt, übernehmen die anderen in unnachahmlich sympathischer Weise zumindest kurzzeitig ihren Part, dass auch gerade diese musikalische Homogenität vom Publikum mit viel Beifall bedacht wird. Als sich beim Klassiker „Da berühren sich Himmel und Erde“ alle in der Kirche zum gemeinsamen Gesang erheben, wird einmal mehr wie am gesamten Abend deutlich, welche verbindend warmherzige Kraft der Gesang und die Musik für einen Glauben haben, der bereit ist, sich der Jetzt-Zeit zu stellen, die Barmherzigkeit zum Programm zu erheben und es gleichzeitig aber nicht an Bemühungen und Taten konkret praktizierter Gerechtigkeit fehlen zu lassen, um neu zu beginnen, ganz neu, so wie das Lied weiter singt. Wilfried Hammers für die KulturKirche St. Josef und Jürgen Groneberg vom Evangelischen Erwachsenenbildungswerk des Kirchenkreises Aachen, die neben dem Katholikenrat Aachen-Land das Konzert unterstützten und es erst möglich machten, überreichten allen Bandmitgliedern am Ende des Konzertes jeweils eine rote Rose als Dank-Symbol des Publikums für das, was ihnen RUHAMA an musikalischer Zuneigung geschenkt hatte.  

Datum:20.03.2017

Pressearchiv

FilterungArtikelsuche von

bis



 
© 2012 Stadtverwaltung Herzogenrath . Rathausplatz 1 . 52134 Herzogenrath